Abgeschlossene Entwicklungskooperationen – Überführung in die Eigenständigkeit
Zwischen 2011 und 2023 konzentrierte sich KWS auf Entwicklungskooperationen in Peru und Äthiopien. Nach mehr als 10 Jahren des Engagements wurden die ursprünglichen Ziele und Vorgaben erreicht. Beide Kooperationen wurden in die Eigenständigkeit überführt.
Die Überführung in die Eigenständigkeit ist sowohl für die nachhaltige Entwicklung der Projekte als auch die lokale Eigenverantwortung essenziell. Sie ermöglicht den Partnern, langfristig eigene Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Die Reduzierung der Abhängigkeit von externer Hilfe, eine Verbesserung der Effizienz und Anpassungsfähigkeit sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaft sind das Ergebnis.
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Entwicklung von Mais- und Quinoasorten und Erhaltung der genetischen Vielfalt
Die peruanische Landschaft erstreckt sich vom Meeresspiegel bis auf über 6000 Meter Höhe, wodurch ganz unterschiedliche Anbausysteme entstehen.Kleinbauern bauen vor allem lebenswichtige Feldfrüchte wie Quinoa und Mais an, die nun durch den Klimawandel und die Umweltzerstörung bedroht sind. In entlegenen Regionen verschärfen chronische Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung die Herausforderungen zusätzlich.
Unsere KWS Projekte in Peru (2011-2023) zielten darauf ab, die Entwicklung neuer Mais- und Quinoasorten zu fördern und deren genetische Vielfalt zu erhalten. Um die pflanzenzüchterische Kompetenz des Landes langfristig zu stärken, wurden peruanische Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Karl Schmid von der Universität Hohenheim umfassend in vielfältigen, praxisnahen Methoden geschult. Durch das Modell der „Ausbildung von Ausbildern“ an den peruanischen Universitäten konnten wir die Reichweite und Wirkung der Initiative maximieren.
Projektaktivitäten in Peru
Mais
Optimierung des Managements der genetischen Ressourcen von Mais, einschließlich der Entwicklung neuer Methoden und der Ausbildung von peruanischen Studenten und akademischem Personal.
Quinoa
Charakterisierung der genetischen Ressourcen von Quinoa anhand von Saatgutproben und Entwicklung von automatisierten Bildanalyse-Tools.
Quinoa
Entwicklung wirksamer Quinoa-Züchtungsstrategien und Bereitstellung neuer robuster Quinoasorten für peruanische Landwirte.

„Dieses Projekt ermöglichte es mir, zu promovieren und moderne Methoden der Pflanzenzüchtung zu erlernen, während ich gleichzeitig Quinoa-Sorten entwickelte, um die Ernährungssicherheit in Peru zu verbessern.“

Was ist Quinoa?
Chenopodium quinoa

Produzierende Länder
Die wichtigsten Erzeugerländer liegen in der Andenregion Südamerikas, wo Quinoa vor etwa 4000 Jahren domestiziert wurde.

Flexible Pflanze
- Einjähriges, sehr nahrhaftes Getreide, mit vielen Vorteilen:
- anpassungsfähig an verschiedene Umweltbedingungen
- resistent gegen Dürreperioden
- verträgt auch Frost und große Hitze

Wertvolle Lebensmittel
Quinoa ist bekanntermaßen eine gute Quelle für essentielle Aminosäuren, Vitamine und Mineralien.
Außerdem ist es glutenfrei, was es zu einer beliebten Ergänzung des Speiseplans macht. Es hat einen feinen, nussigen Geschmack, lässt sich leicht zubereiten und kann in einer Vielzahl von Gerichten von Salaten bis zu Brei verwendet werden.

Weitere Informationen zur Quinoa-Zucht

„Ich habe mich gefreut, Teil dieses Projekts zu sein, das Landwirte erfolgreich mit Forschern verbunden und meine Perspektiven stark erweitert hat.“
Eine erfolgreiche, sich selbst tragende Initiative in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft
Äthiopien verfügt über ein reiches landwirtschaftliches Erbe mit alten landwirtschaftlichen Traditionen. Aufgrund seiner Geschichte und der sehr unterschiedlichen Agrarökologien ist Äthiopien ein Zentrum der Vielfalt für verschiedene Nutzpflanzen, einschließlich Gerste.
Die Landwirtschaft ist überwiegend kleinbäuerlich und basiert auf Subsistenzwirtschaft. Angesichts des Klimawandels und der Umweltzerstörung benötigen die Kleinbauern dort robuste Sorten mit hoher Resistenz gegen abiotische und biotische Stressfaktoren wie Trockenheit oder Pilzkrankheiten. Die Verfügbarkeit solcher Sorten ist jedoch begrenzt, ebenso wie der Zugang von Kleinbauern zu hochwertigem Saatgut.
Unser KWS Entwicklungsprojekt in Äthiopien begann 2012 mit dem Ziel, die Fähigkeit äthiopischer Forschungsteams zur Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen zu stärken, effiziente Strategien zur Verbesserung von Gerste, Weizen und später auch Ackerbohneneinzuführen und den Zugang von Kleinbauern zu verbessertem Saatgut zu gewährleisten.
Das Projekt wurde 2022 abgeschlossen, als es zu einer erfolgreichen, sich selbst tragenden Initiative in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft wurde, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geleitet und in Zusammenarbeit mit Ethiopian Maltsters (Bierbrauen) und dem Gerstenzuchtprogramm des Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR) durchgeführt wird.
Was ist der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft?
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